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Ein kleines Volk in den großen Bergen

Ossetien und die Osseten sind nicht nur ein Spielball zwischenRussland und Georgien, sondern haben auch ihre eigene Geschichte und eigene Interessen.

Ossetien ist das Herzstück des Kaukasus: im Norden und Süden des Kaukasuskamms, im Osten und Westen entlang der zentralen Passstraße, der georgischen Heerstraße, die Russland und Georgien miteinander verbindet.

Die Osseten, die das heutige Nordossetien und Südossetien besiedeln, sind als russisch-orthodoxe Christen seit zwei Jahrhunderten die wichtigste Stütze Russlands im ansonsten islamischen Ostteil des Kaukasus.

Nordossetien: Stütze Russlands im islamischen Nordkaukasus

In Nordossetien liegt mit Mosdok die wichtigste russische Militärbasis und der wichtigste Militärflughafen im Kaukasusgebiet. In Nordossetien mit der Haupstadt Wladikawkas und dem Flughafen von Beslan sind wichtige Industriebetriebe angesiedelt. Südossetien auf der Südseite des Kaukasuskamms ist dagegen traditionell landwirtschaftlich orientiert. Viele ossetische Familien sind auf den Norden und Süden aufgeteilt. Im Norden leben seit Anfang der 90iger Jahre einige tausend Flüchtlinge aus dem Süden.

Die Beziehungen des russisch-orthodoxen Nordossetiens zu den islamischen Nachbarrepubliken Inguschetien und Tschetschenien im Osten und Kabardino-Balkaria im Westen sind zeitweise extrem gespannt. Bei Pogromen wurden 1992 vermutlich 400 Inguscheten getötet, beim Geiseldrama von Beslan kamen fast 900 ossetische Kinder ums Leben. (Siehe auch weiter unten)

Südossetien wehrt sich gegen Assimilation durch Georgien

Die Entwicklung in Südossetien ist in den vergangenen hundert Jahren durch einen Dauerkonflikt mit Georgien geprägt, das die Rolle einer regionalen Zentralmacht spielt. Die regionale Zentralregierung in Tiflis betrieb in der Zeit der Sowjetunion eine Politik der Assimilation gegenüber den Südosseten, die dort auf starken Widerstand stieß. Versuche nach 1945, Schulunterricht in der ossetischen Muttersprache zu verbieten, lösten heftige Proteste aus. Ossetische Politiker nennen die heute „kulturellen Völkermord“.

Grenze zwischen Nordossetien und Südossetien war ein rein formale Verwaltungsgrenze

Die Grenze zwischen Nord- und Südossetien, zwischen der Russischen Sozialistischen Sowjetrepublik (RSFSR) beziehungsweise der Autonomen Sowjetrepublik Nordossetien einerseits und der Georgischen Sowjetrepublik beziehungsweise dem Autonomen Gebiet Südossetien war trotz allem aber nur eine reine Verwaltungsgrenze, vergleichbar mit den Grenzen zwischen einzelnen Bundesländern in Deutschland.

1990 erklärte Georgien seine Unabhängigkeit und seinen Austritt aus der UdSSR, während aber das Autonome Gebiet Südossetien ausdrücklich diesen Schritt nicht mit vollzog. Dem neuen Staatsgebilde, der Republik Georgien trat Südossetien aber nie bei.

Ossetien – Vor- und Frühgeschichte der Osseten

Kategorie: Allgemein, Aktualisiert am 7. Oktober 2009 von Redaktion | Anmelden